Ohrakupunktur Esogetics – Auf den Punkt gebracht

Ein bewährtes Mikrosystem mit moderner Anwendung
Ein Beitrag von Claudia Meining

Die Ohrakupunktur ist ein wirkungsvolles Mikrosystem mit langer Tradition in der Naturheilkunde. Erste Hinweise finden sich bereits im „Huang Di Nei Jing“ (ca. 475–221 v. Chr.). Auch in Persien, Ägypten und im antiken Griechenland wurde das Ohrreflexsystem seit über 1.000 Jahren zur Behandlung von Schmerzen, Ischialgien und funktionellen Störungen genutzt.

Im 17. und 19. Jahrhundert sind Anwendungen der Ohrkauterisation bei Ischias dokumentiert. Einen entscheidenden Entwicklungsschritt machte jedoch der französische Arzt Paul Nogier, der ab 1950 die Ohrmuschel systematisch erforschte.

Aurikulotherapie nach Paul Nogier

Paul Nogier verband traditionelles Wissen mit neurophysiologischen Erkenntnissen und entwickelte eine neue Topografie der Ohrreflexpunkte. Seine Methode nannte er „Auriculotherapie“, die er 1956 erstmals veröffentlichte.

Nogier beschrieb das Ohr als Abbild eines auf dem Kopf stehenden Embryos. Der gesamte Organismus spiegelt sich im Ohr wider. Grundlage hierfür ist die besonders dichte nervale Versorgung der Ohrmuschel.

Die Ohrmuschel wird unter anderem innerviert durch:

* Nervus vagus (Ramus auricularis)
* Nervus trigeminus (Nervus auriculotemporalis)
* Plexus cervicalis (Nervus auricularis magnus)
* Nervus occipitalis minor

Diese Verbindungen ermöglichen direkte Einflüsse auf:

* Hirnstamm
* vegetatives Nervensystem
* Rückenmarksegmente
* limbisches System

Pathologische Zustände können sich als druckempfindliche Punkte am Ohr zeigen. Durch gezielte Stimulation lassen sich regulierende Effekte im gesamten Organismus erzielen.

Farbpunktur in der Ohrakupunktur

In der Esogetischen Medizin können aktive Ohrpunkte gezielt mit Lichtfrequenzen behandelt werden. Infrarot (950 nm) wird insbesondere bei Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Reaktionen während der Behandlung liefern zusätzliche Hinweise auf psychoemotionale Zusammenhänge.

Ganzheitlich lässt sich der Mensch drei Ebenen zuordnen:

* Geist = Information = UV (370 nm)
* Seele = Energie = Türkis
* Körper = Materie = Infrarot (950 nm)

Auriculo‑Trauma‑Therapie (ATP)

In der Praxis hat sich besonders die Behandlung von Traumabelastungen mit UV‑Licht bewährt. Die Auriculo‑Trauma‑Therapie (ATP) nach Joseph Helms wird eingesetzt, wenn belastende Ereignisse langfristige Auswirkungen auf das Selbst‑ und Weltverständnis haben.

Dabei werden fünf Ohrpunkte beidseits mit UV‑Licht behandelt. Anstelle von Dauernadeln können Kristalltattoos als sanfte Therapiemedien verwendet werden. Diese werden auf die entsprechenden Punkte geklebt, 10–20 Sekunden bestrahlt und anschließend mit einem Pflaster fixiert.

Je nach Hautverträglichkeit können die Kristalle bis zu zwei Wochen am Ohr verbleiben.


Indikationen der Punkte

Hypothalamus (Zone befindet sich auf dem Boden der unteren Ohrmuschel medial zur Incisura intertragica)

Fördert parasympathische Regulation, Beruhigung und Zentrierung. Unterstützt Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Angstregulation.

Amygdala (Zone befindet sich direkt unterhalb und leicht hinter der Incisura intertragica, auf dem fleischigen Teil des Lappens)

Ausgleichend bei Reizbarkeit, Angst, Wut und Aggression.

Hippocampus (Zone befindet sich direkt unterhalb des Knorpels des Antitragus, auf dem fleischigen Teil des Unterohrs)

Wichtig für Gedächtnis und Konzentration und das Behalten emotionaler Erlebnisse

Meister der Gehirnfunktion (befindet sich an der Vorderseite des Lobulus an der Schnittstelle zum Gesicht)

Bei psychoemotionalen Störungen, chronischen Schmerzen und psychosomatischen Beschwerden.

Nullpunkt (82)

Energetisches Zentrum des Ohres. Harmonisiert, stabilisiert und verbessert das Allgemeinbefinden.

Shen Men (55)

Psychisch stabilisierend, stressreduzierend, schmerzlindernd und schlaffördernd.

Fazit

Die Ohrakupunktur in Kombination mit esogetischer Farbpunktur bietet eine sanfte und wirkungsvolle Möglichkeit, körperliche und psychoemotionale Prozesse ganzheitlich zu unterstützen. Besonders bei Stress, Traumabelastungen und chronischen Beschwerden stellt sie eine wertvolle Ergänzung für therapeutische Behandlungen dar.